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Achat Mineral Achat Mineral
Beim Achat handelt es sich um eine mikrokristalline Varietät des Minerals Quarz. Auffällig beim Achat ist seine schöne, streifige Zeichnung aufgrund der rhythmischen Kristallisation.

Varietäten und Modifikationen

* Aprikosen achat
* Augen achat oder Brillen achat (kugelige, augenartige Zeichnung)
* Baum achat oder Holz achat (durch Kieselsäure achat-mineralisierte, "versteinerte" Hölzer)
* Botswana-Achat
* Enhydros (Achat mandel mit Restflüssigkeit)
* Festungs achat (Achat bänder ähneln Luftaufnahmen von Festungswällen)
* Friedens achat
* Feuer achat oder Flammen achat oder Wolken achat (wolkenförmige Bänder)
* Kellerwalder Achat
* Korallen achat (Namensgebend ist die Gestalt der Oberfläche des Achats)
* Moos achat (Mockastein) enthält schwarze Mangandendriten
* Onyx (schwarz und weiße Lagen)
o Sardonyx (schwarze, braune und weiße Lagen)
o Karneol (rote und weiße Lagen oder durchgängig rot bis orangegelb)
* Regenbogen achat (zeigt als Interferenzwirkung der dünnen Lagen Newtonsche Farbenringe)
* Röhren achat (Verdrängungsmorphose von langprismatischen Kristallen)
* Schlangenhaut achat (Aggregate mit Schlangenhautmuster)
* Skolezit achat (Pseudomorphose nach Skolezit)
* Stern achat die unregelmäßig geformten Geoden sind meist vollständig gefüllt und zeigen beim Anschliff oft eine fünfstrahlige Form.
* Trümmer achat (durch Tektonik zerbrochene und Mineralabscheidung wieder gekittete Achate)
* Turitella-Achat

Achate bilden sich vor allem in Hohlraumfüllungen von magmatischen Gesteinen und sind weit verbreitet, aber sie sind auch in Sedimentgesteinen zu finden als so genannte Mikroachate. Der meiste Achat kommt aus so genannten Achatmandeln, die namentlich im Melaphyrgestein gefunden werden. Im eigentlichen Melaphyrmandelstein sind jedoch die Mandelräume keineswegs mit Achat, sondern wie in anderen Mandelsteinen vorwiegend mit Kalkspat, Granerde und anderen ausgefüllt. Achatmandeln finden sich gewöhnlich vereinzelt, und nur an gewissen Punkten ist eine Anhäufung derartiger Gebilde zu beobachten. In größerer Menge finden sich dieselben namentlich in den Melaphyrbrüchen bei Oberstein a. d. Nahe, wo früher der meiste Achat gegraben und geschliffen wurde. Ein Achat von außergewöhnlichen Größe wurde in der Düsseldorfer Ausstellung von 1902 ausgestellt, es war eine brasilianische Geode, gezeichnet mit Amethyst und einem Gewicht von 35 Tonnen.

Fundorte sind unter anderem Rio Grande do Sul in Brasilien, Glashütte, Idar-Oberstein (fast aufgebraucht), St. Egidien (Sachsen) und Schöngleina/Thür in Deutschland, Jemen, Mongolei, Sizilien, Böhmen in Tschechien, Uruguay, USA, Monte Tondo bei Vicenza,

Die Struktur der Achate besteht gewöhnlich aus konzentrischen oder unregelmäßigen Schichten, die einen Hohlraum ausfüllen. Der Achat besteht aus verschiedenen Varietäten von Chalcedon, mikrokristalliner Kieselsäure. Die einzelnen Lagen zeigen gröbere und feinere Strukturen und sind oft äußerst dünn, so dass ein paar Hundert auf 1 mm kommen. Ganz amorphe (wasserhaltige) Kieselsäure kommt in den Achaten jedenfalls sehr selten vor. Die unterschiedliche Farbe rührt gewöhnlich von Eisen- und Manganverbindungen her, doch sind die Onyxe (schwarz und weiße Lagen) und Sardonyxe (rot und weiße Lagen) meist künstlich gefärbt. Zwischen und über dem Chalcedon finden sich meist drusige Amethystlagen. Sehr häufig umschließt die Mandel einen hohlen Drusenraum, worin noch Bergkristall, Amethyst, Kalkspat, Zeolithe, Hämatit und andere Mineralien zur Ausbildung kommen. Bei Oberstein schmiegen sich alle Chalcedonlagen der äußeren Mandelform an, in den brasilischen Mandeln findet sich im Innern meist eine Schicht planparalleler, horizontaler Lagen. Nicht selten werden beim Durchschleifen die Kanäle bloßgelegt, durch welche die innere Masse oder vielmehr die Flüssigkeit, welche sie gelöst enthielt, in den Mandelraum eingedrungen ist. Dieser ist also zuerst gebildet, und von außen nach innen fortschreitend sind die einzelnen Lagen aus wässeriger Lösung abgeschieden, wobei das abgeschiedene Mineral nicht selten der nachdringenden Flüssigkeit den Weg verstopfte und also im Innern ein Hohlraum übrig blieb.

Nach dem Zerfall der Matrix, in der die Achate eingebettet waren, sind sie frei und durch ihre siliciumhaltige Natur, die gegen die Tätigkeit der Luft und des Wassers extrem beständig ist, bleiben als Knötchen im Boden und im Kies erhalten, auch wenn sie in Flüssen gerollt werden.

Achat ist ein recht widerstandsfähiges Mineral und zeigt auch keinerlei Reaktion auf Wasser oder Sonneneinstrahlung. Auch vor Dellen und Rissen ist er recht gut geschützt, da er eine gute Härte und Dichte hat.

Theophrastos gab dem Achat seinen Namen, da er zuerst im Fluss Achates (heute Drillo, Carabi oder Canitello genannt), Sizilien), in der Nähe des Ortes Acate gefunden wurde.

Schon in frühester Zeit genoss der Achat hohe Wertschätzung. Im Alten Ägypten wurden etwa 1000 vor Christus Siegelzylinder, Ringe, Gemmen und Gefäße aus Achat gefertigt. In der Bibel, im 2. Buch Mose, 28, 17-20, wird das Brustschild des Hohen Priesters, eine mit Edelsteinen besetzte Platte, ausführlich beschrieben. Amulette aus Achat sollten gegen Blitz, Sturm und Durst helfen.

Anfang des 17. Jahrhunderts war die Achatindustrie bereits zu großer Bedeutung herangewachsen, einen weiteren Aufschwung nahm sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert, als man begann, Achatwaren zuerst in Silber, dann in vergoldetem Tombak zu fassen. Diese Bijouterie fausse bildete sich namentlich in Oberstein aus und brachte später auch reine Metallwaren auf den Markt.

Nach 1813 entdeckte man die Farbenveränderung der Steine durch Brennen, und 1819 brachte ein Idarer Handelsmann das von einem römischen Steinschneider erworbene Geheimnis des Schwarzfärbens in die Heimat. Seitdem entwickelte sich die Färberei des Achats sehr schnell und wurde eine der Hauptursachen des Aufblühens der Achatindustrie, welche nun auch fremdländische Steine, namentlich Achat aus Uruguay, verarbeitete. Seit 1834 kam dies Material nach Idar-Oberstein, und entwickelte die Achatindustrie in nicht gekannter Weise, besonders auch, da die reichlich aus Südamerika eintreffenden Onyxe das Aufblühen der Steinschneidekunst in Paris und Idar veranlassten. Man fertigte hauptsächlich Kameen, auch Intarsien, zum Teil von hohem Kunstwert, und machte mit denselben große Geschäfte.

Achat und seine Varietäten finden vor allem als Schmuckstein Verwendung. Durch Färbung und Zeichnung ausgezeichnete Achate wurden schon von jeher zu geschnittenen Steinen (Gemmen, Kameen, Siegelringen), aber auch zu Reibschalen und Mörsern, Glättsteinen, Ringsteinen, Agraffen, Armbändern, Rosenkränzen, Stockknöpfen, Messerstielen, Schussern und zu vielen anderen schmückenden oder nützlichen Gegenständen verarbeitet.

Wegen seiner hohen Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien wird Achat aber auch zunehmend in der Technik verwendet.

Dem modischen Geschmack folgend wird in der Schmuckindustrie vielfach Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, den Achat zu färben, welche auf der verschiedenen Natur der einzelnen Lagen des Steins beruht, von denen die einen porös genug sind, um Flüssigkeiten aufzusaugen, die anderen nicht.

Vor der Verarbeitung wird der Stein oft gebrannt, um seine Farbe zu verändern, und dann noch 1-2 Wochen in Schwefel- oder Salpetersäure gelegt. Das Färben aber wird meist erst an den geschliffenen Steinen vorgenommen, obwohl die Farbe tief in die Steinmasse eindringt und auch auf dem Bruch mehr oder weniger deutlich hervortritt.

Ist Achat in natürlich vorkommenden Farben umgefärbt, ist diese nur unter dem Mikroskop von einem echten Achat zu unterscheiden. Färbungen, die bei natürlichem Achat nicht vorkommen wie Kobaltblau, Magenta, Lila oder Pink sind dagegen leicht zu erkennen.

Es gibt auch "künstliche Achate", so genannte Achates, buntfarbiges, dem Achat ähnliches Glas.

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